und…“Wer chadds erfundn??“

…die Schweizer?!

„Erfolgreiche Anti-Minaretteninitiative und die Folgen des Minarett-Verbots in der Schweiz“

Ein Minarett gehört zur Architektur einer Moschee, wie … na … wie ein Parkhaus zu einem Einkaufszentrum. Dass Muslime ihre Gotteshäuser in Europa in Hinterhöfe gelegt haben liegt nicht zuletzt an der finanziellen Lage und den lokalen Bedingungen.

Gestern gab es vom Deutschen Islamforum eine kurzfristig einberufene Sondersitzung sowie eine anschließende Pressekonferenz. Neben dem Vorsitzenden des Interkulturellen Rates Dr. Jürgen Micksch waren an dem Gespräch beteiligt: Dr. Hans-Peter Ernst des Zürcher Lehrhauses, Bekir Alboga als Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, Mustafa Klanco, Präsident der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD) sowie Prof. Christine Huth-Hildebrand und andere.

Dr. Ernst fasst zusammen, dass die Anti-Minarett-Initiative einen so großen Erfolg hat, weil sie auf Ängsten aufbaut. Eine nicht zu unterschätzende Anzahl der BefürworterInnen haben der Initiative aufgrund der vermeintlich fehlenden Frauenrechte im Islam ihre Stimme gegeben. Es fehle eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema (Islam) und die Minarett-Initiative ist eine Schein- bzw. Stellvertreterdebatte (in Deutschland hatten/haben wir dies in ähnlicher Form mit dem Kopftuch).

„Wer heute zuschaut, macht sich verantwortlich für künftige Fehlschläge“, so Dr. Ernst abschließend.

In ganz Schweiz gibt es sage und schreibe VIER (!!!) Minaretten…

Was also ist das Problem? Eine Angst vor Überfremdung? Für mich bringen vor allem die Äußerungen von Mustafa Klanco einen neuen Input in die Schweiz-Diskussion. Er erinnert daran, dass in der Schweiz vor allem Muslime aus dem Kosovo, Bosnien-Herzegowina oder Mazedonien leben.  Seine Beunruhigung und Besorgnis beruht darin, dass gerade diese Muslime vor knapp 20 Jahren in Bosnien die Zerstörung miterlebt haben. Damals wurden über 1000 Moscheen von der Milosevic-Regierung zerstört. Viele haben im Genozid Angehörige verloren.

Nun erleben sie in ihrer „neuen Heimat“ eine Stimmung, die traumatische Erinnerungen hochkommen lässt.

„Wir zerstören unsere Demokratie“ – ist eine Erkenntnis, die die Gesprächsteilnehmenden teilen.

Instrumentalisiert wurde in diesem Fall die Minarette als „Siegeszeichen“ für den Machtanspruch des Islams nicht von den Muslimen, sondern von der Anti-Minarett-Initiative.

Welcome in Reality

Nach dem Pressegespräch im Frankfurter Presseclub habe ich mir einige Gebäude weiter eine Ausstellung angesehen.

Wer sich ein Bild über die „Realität“ machen möchte, dem sei diese Foto-Ausstellung des Jung-Fotografen Rami Tufi mit dem Titel „Moscheen – auf dem Weg in die Zukunft“ empfohlen. Auf den Bildern, die vom 02. – 18. Dezember im Römer 9 zu sehen sind, finden sich Frankfurter Moscheen. Diese sind nicht etwa, wie es sich für Frankfurt erdenken lässt futuristische, architektonische Meisterwerke wie MyZeil (des Architekten Massimiliano Fuksas) sondern vielmehr die Abbildungen der tristen Wirklichkeit von Hinterhofmoscheen zwischen Grossmüllcontainern, nicht-einladenden Höfen, Rampen sowie unauffälligen Eingängen.

Wer sich ein Bild der Situationen hiesiger Moscheen macht, möchte lieber den Geldbeutel für eine kleine Spende zücken, als eine rassistische Anti-Was-Auch-Immer-Kampagne unterstützen…

…und übrigens, nicht nur „Gutmenschen und Dialüg-Muslime“ sind empört über die Verhältnisse in der Schweiz. Die Empörung geht durch die breite Gesellschaft in Deutschland.  Der Filmemacher Fatih Akin boykottiert die Premiere seines Films „Soul kitchen“ mit einem offenen Brief.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter im Hirn von Frau Ö

3 Antworten zu “und…“Wer chadds erfundn??“

  1. peterswurst

    „Scheiß Schweizer! Zuerst Steueroase – nun Nazi-Paradies!“ – „Durch diese hohle Gasse muss der Rechtspopulist kommen“ – ironische Artikel zu diesem Thema –

    http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/scheis-schweizer-zuerst-steueroase-%E2%80%93-nun-nazi-paradies/

    „Durch diese hohle Gasse muss der Rechtspopulist kommen“

    http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/durch-diese-hohle-gasse/

    Der Islam muss sich in Europa anpassen und ebenso die Anhänger… In Afrika muss ich kurze Hosen tragen weil es so heiß ist und im Norden Jacken… – wie dieses banale Beispiel gibt es auch traditionelle Gegebenheiten, die vorherrschen – auch diesen muss man anpassen…

  2. Faun

    Im Grunde genommen ist es die Angst vor den primitiven Gebärden vieler Fake-Muslime, die zu solchen Auswüchsen führen. Ich spreche hier von Fake-Muslimen, da viele Muslime gar nicht mehr wissen, was der Islam ist. Sie stürzen sich ebenfalls in den Irrglauben, wenn sie Frauen das Wort verbieten oder den Ungläubigen den Krieg erklären. Auch sollte dem Muslim der Rassismus ein Fremdwort sein, doch viele Fake-Muslime sind rassistisch, indem sie gegen alle Juden wettern oder Konvertiten wie Menschen zweiter Klasse behandeln. Nationalismus statt Islam. Ein viel schlimmeres Phänomen ist jedoch die Tatsache, dass sich jene als Muslime bezeichnen, die nur landesübliche Traditionen pflegen und nicht erklären können, warum sie Muslime sind. Sie erzählen Märchen, sodass die Tatsachen verfälscht werden. An diesen Verfälschungen orientieren sich dann ausgerechnet die Kritiker, die scheinheiligerweise nichts gegen Ausländer haben, doch faktisch gesehen alles daran setzen, Horrorvisionen einer „Islamisierung“ Europas aufzuzeichnen. Islamisierung Europas? Wer, wann, wo? Ich als belesene und praktizierende Muslimin mit zwei kulturellen Hintergründen finde in keinster Weise den Islamisierungsfunken in mir. Meine beste Freundin, ursprünglich aus der Wiege der Demokratie stammend, darf auch weiterhin „shirk“ begehen, indem sie ihre Ikonen anbetet. Um ehrlich zu sein, beruhigt es mich, dass sie an eine höhere, gute Macht glaubt, die sie in mir keine Feindin sehen lässt. Um noch ehrlicher zu sein, erfeut es mich, diese Ikonen in ihrer Wohnung zu wissen, weil sie ein Zeichen ihres Glaubens sind. Warum sollte ich sie dann von Gegenteil überzeugen oder sie bekehren, sprich islamisieren wollen? Sie glaubt und das reicht mir völlig aus, um mit ihr eine lange und gute Freundschaft zu führen. Frage: Wer von den Muslimen, die Kontakte zu Andersgläubigen pflegen, hat bereits Islamisierungsversuche gestartet? Bitte melden! Des Weiteren verteile ich weder Propagandamaterial mit islamischen Inhalten, noch drohe ich mit dem Bau einer Bombe, um mich und nervige Verkehrssünder, die eine regelkonforme Autofahrerin in der Tempo 30-Zone überholen, in die Luft zu spengen. Aber Hauptsache, alle Muslime stellen eine Bedrohung dar. Generalisierungen vereinfachen das Leben, vor allem in Zeiten der Depression bzw. Wirtschaftskrise. Die Juden mussten einst als Sündenböcke für eine wirtschaftliche Talfahrt herhalten, nun sind die Muslime dran. Der Sündenbock ist schnell gefunden, da er am auffälligsten ist. Erst reißt man den Turm ab, dann die Moschee und schlussendlich vergast man die Menschen mit der demokratiefeindlichen Religion. Tolle Aussichten. Ich bin eine weltoffene Europäerin bzw. Deutsche, aber sollte der Tag kommen, an dem ein neues, dunkles Kapitel in Europa aufgeschlagen wird, werde ich lieber in ein arabisches Land auswandern, in dem ich zwar die „deutsche Kartoffel“ bin, aber meinen Glauben ohne Angst und negative Konsequenzen leben darf. Dafür opfere ich die Aussicht, das Grab meiner heißgeliebten deutschen, Verzeihung, ursprünglich niederländischen Oma nie mehr besuchen zu können, um an ihrem Grab zu beten. Meine Oma war übrigens das Musterbeispiel einer toleranten, gläubigen Christin, für die Nächstenliebe nicht nur so ein dahergeschwafeltes Wort war. Als ich kleiner war, war sie es, die mich zum Morgengebet (!) geweckt hat und sich sets danach erkundigte, ob ich all meine Gebete eingehalten habe. Ferner war es ihr wichtig, dass jede Mahlzeit mit einer Dua eingeleitet wurde. Keiner hat sie dazu gezwungen, sie hat es aus freien Stücke und aus Liebe zu ihrem andersgläubigen Enkelkind gemacht. Ich wünschte, das christliche Abendland (fraglich, ob es wirklich christlich ist) würde mehr solcher Diamaten zutage fördern, die wirklich lieben können. Denn eins ist mir im Laufe der Zeit hier aufgefallen. So wie sich die Kirchen leerten, so leerten sich auch die Herzen der Menschen. Die Liebe ist fast vollständig verschwunden. Man redet viel davon (am meisten über die körperliche, was sehr bedauerlich ist), aber weiß nicht mehr, was sie bedeutet.
    Was ich eigentlich damit sagen wollte, ist: Egal, wie sehr die belesenen Muslime beweisen, dass der Islam eine Religion mit demokratischen Grundsätzen ist, so werden sich die aufgeklärten Kretins immer an den Zerrbildern festhalten. Als Muslimin muss man eben ein Häuflein beschnittenes und unterwürfiges Elend sein. Überraschung! Ich bin es nicht. Ich erhebe meine Stime, sehe glücklicherweise den Mann auf geistiger (!) Ebene nicht als Maxime an und lasse an meine Scham nur ausgebildete Ärzte ran, die mir nichts wegschneiden wollen. Aber das wollen die projektionsfreudigen Schubladendenker nicht wissen. Allah hat ihre Herzen sehr blind gemacht.
    Entschuldigung, dass ich meinen Kommentar unnötig in die Länge gezogen habe, aber nach der Lektüre der geistigen Ergüsse bei peterswurst sind die Wörter nur so aus mir herausgesprudelt. Danke für dein Verständnis.

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