Alltagsr-ASSIS-mus!

Neulich bei der Deutschen Post:

Ich bin gerade am Kopierer, Opa passt auf den kleinen Nörgler auf und außer uns, drei besetzte Schalter – davon zwei mit Kundschaft.

Schalterbeamter so laut, dass ich mithören muss: „…Sie werden ja wohl wissen, wie ihr Vater heißt!…“ ich drehe mich zum Schalter und sehe ein „Südländerpaar“ ziemlich eingeschüchtert und sprachlos den Post-Mitarbeiter ansehen. „Unterschrift…Unterschreiben….hiiihieeer!“ – der vermutlich Beamte schreit so laut und hämmert mit seinem Zeigefinger den Tisch, dass das Gequengel meines Nachwuchses um eine Oktave lauter wird.

Mittlerweile hat noch weitere Kundschaft Einkehr gefunden und ich stelle mich an, um meine Kopien zu zahlen und Briefe wegzuschicken. Zu seinem Pech lande ich an dem Schalter, an dem sich wenige Minuten zuvor das Unfassbare zugetragen hat.

Ich: „Diese Briefe gehen als Einschreiben und ich hätte gerne 10 Sondermarken zu 55 Cent“.

Er, in einem ganz rührselig freundlichen Ton : „Gerne bitteschön! Was kann ich noch für Sie tun?“

Ich: „Demnächst ihre Gespräche mit Kundschaft so abhalten, dass es andere nicht mitbekommen. Die Szene eben musste doch nicht sein?!“

Er: „Haben Sie das mitbekommen…die wollten doch… (will weiterreden)“

Ich unterbreche ihn: „Was meinen Sie, wofür es den Sicherheitsabstand gibt? Ich will gar nicht wissen, um was es ging – und es hat mich auch nicht zu interessieren“

Er: „Die haben mich nicht verstanden.“

Ich: „Die haben Sie inhaltlich vielleicht nicht verstanden, aber taub waren sie ja wohl nicht!“

Mittlerweile hat Opa mit dem Kleinen bereits die Filiale verlassen und plötzlich ist auch keine Kundschaft mehr außer mir anwesend. Ich rede zwar leise, bekomme aber mit, wie die anderen beiden Mitarbeitenden ganz Ohr sind.

Ich zahle, wünsche einen guten Tag und verlasse die Post. Draußen angekommen fällt mir ein, dass ich vor lauter Aufregung vergessen habe, die Kopien zu zahlen.

Als ich die Filiale erneut betrete sehe ich, wie die drei Postmitarbeitenden über den Vorfall tuscheln. Ich gehe auf einen der Schalter zu, zahle und bin entsetzt darüber, wie schnell man einen negativen Vorfall vergessen kann.

Er: „Haben Sie schon ein Konto bei der Deutschen Post?“

Ich: „?????“

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Anekdötchen

2 Antworten zu “Alltagsr-ASSIS-mus!

  1. Faun

    Gut pariert! Meines Wissens nach sind bei der Post ausschließlich Unterbelichtete angestellt. Die können nichts dafür – die kennen es nicht anders. 🙂 Ich war dort vor kurzem wegen eines Päckchens mit einem Kosmetikartikel aus Großbritannien, der hier übrigens nicht erhältlich ist – aber das nur am Rande. Mein Name wird dank meines klugen Vaters normalerweise mit einem „ß“ geschrieben. Schon amüsant, dass er damit einen ausländischen Namen zwangsweise eingedeutscht hat. Deutscher geht’s wohl auch gar nicht mehr. 🙂 Aufgrund der Tatsache, dass das scharfe S international weitestegehend unbekannt ist, habe ich die Schreibung zugunsten meines Kontaktes aus England durch ein doppeltes S vereinfacht. Sonst würde aus dem ß schnell ein B und das brächte definitv weitere Komplikationen mit sich… Wie auch immer, da stand ich also, geduldig wartend auf mein Päckchen im Postamt, mir dabei Vorwürfe machend, am Tage der Zustellung außerhäusig gewesen zu sein. Nach ca. 7 Minuten kam er endlich, der wenig glücklich dreinschauende Angestellte, und erklärte mir ungefragt den Grund für sein langes Verschwinden im hinteren Bereich der Filiale. Meine Name sei, dabei auf meinen Personalausweis tippend, ganz anders geschrieben und darum schwieriger auffindbar gewesen. Ich tippte auf die untere ID-Leiste des Ausweises und machte auf die internationale Schreibung ausfmerksam. Scheinbar konnte er kein besseres Gegenargument finden und gab sich geschlagen. Somit konnte ich doch noch meine Post entgegennehmen. Das einzig Gute war, dass der Ton human war. Hätte er einen unfreundlicheren Ton angeschlagen, hätte ich mir nämlich seinen Namen geben lassen und eine Beschwerde an die oberste Leitung gemailt. Der Kunde ist König – egal, ob er aus D oder dem Takatukaland kommt. Aber na ja, im Einzelhandel treiben sich generell stupide Kreaturen herum… Ich möchte jetzt nicht mit meinen Erfahrungen in einem Schuhgeschäft beginnen… Das würde den Rahmen sprengen. 🙂

  2. Oh bitte, die Geschichte im Schuhgeschäft will ich jetzt aber auch noch lesen!

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