2days happahappa mit ´nem Schuss Rassismus!

Freitag ist Markt-Tag. So kurz vor Ramadan möchte ich noch einmal einige Leute zum Essen am Mittag einladen. Gut gelaunt gehe ich mit dem kleinen Menschen einkaufen. Schon nach dem dritten Schritt vor der Haustüre versucht man uns die gute Laune (vergeblich) zu nehmen. Ein ca. 50 jähriger Mann sieht mich und verdreht mit den Worten „Ach Gottogottogott!“ (Giotto?!;)) die Augen.

Ich: „Bitte?“

Er (überrascht und verdutzt, dass ich antworte…schnell ausweichend): „Ist das ein Mädchen oder ein Junge?“

Ich: „Das hat Sie überhaupt nicht zu interessieren und bitte unterlassen Sie es künftig, Leute von der Seite anzumachen“

….laufe(n) weiter…sehen den ca. 80 jährigen Nachbarn meiner Eltern, der immer für ein Schwätzen froh ist und Freitags zum Fisch essen zur Nordsee spaziert. Während wir so vor uns hin plaudern holt uns der Idiot ein und quatscht Helmut an: „Trägt die das Ding um den Kopp aus Protest gegen unseren Staat?“.

Ich: „Hören Sie mal! Wenn Sie mit mir reden wollen tun Sie dies…aber unterlassen Sie es, meine Bekannten auch noch zu belästigen!“

Er faselt was vor sich hin, dass er das nicht dulden könne blablabla.

Ich: „Und ich kann Ihren Alkoholismus und Ihre Fahne nicht dulden. Gehen Sie weiter oder ich hole die Polizei!
Er zückt freundlich sein Handy und bittet mich, doch die Polizei von seinem Gerät aus zu verständigen. Mir platzt das Kopftuch der Kragen und ich fange an, ihn zu Dutzen : „Komm! Mach Dich ab! Verschwinde!“

DAS scheint die Lösung zu sein…künftig werden solche Idioten nur noch gedutzt. Der Kerl geht weiter – Helmut ist völlig verdutzt „Was war das denn?“

Aber es soll ja mal wieder ein Rezept-Post werden. Ich wollte diese „Alltäglichkeit“ mit euch teilen, um zu zeigen, wie gewöhnlich ein Tag beginnen kann und wie er seinen Lauf nimmt. Leider sind solche Fälle in letzter Zeit auch schon (fast) alltäglich geworden.

So…um den Tag zu retten, gehen wir erst einmal Gemüse shoppen. Auf der Speiseliste steht:

– Tarhana çorbasi

–  Güveç

– Salat

– Nachtisch

So sieht unser Einkauf vorerst aus:

Um mit dem Kochen und den Vorbereitungen zu starten muss sich der kleine Mensch erst einmal zur Mittagsruhe begeben. Danach beginnen wir mit dem Güveç, dafür nehme ich einen handelsüblichen Bräter.

Ausserdem benötigen wir:

  • 500 gr. Truthanfleisch
  • zwei grosse Zwiebeln
  • ordentlich Knoblauch
  • Öl
  • 6 Spitzpaprika (milde Pepperoni)
  • 2 kleine oder eine große Aubergine
  • 5 Tomaten
  • etwas Paprikamark (aus dem Glas  – gibt es im türkischen Laden und heißt Bibersalça)
  • Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Pulbiber (rote, scharfe, getrocknete Chillischoten)

Im Bräter das in Würfel geschnibbelte Fleisch mit etwas Wasser andünsten:

Wenn das Fleisch gut durch ist, etwas Öl dazu giessen und die in Würfel geschnittenen Zwiebeln mit dem Knoblauch dazumengen:

 Bei schwacher Hitze alles gut anbraten und nach und nach alles Geschnibbelte dazugeben:

 

Während alles vor sich hin schmort, den Backofen auf 200 Grad vorheizen und die Tomaten im Mixer zerkleinern. Die Paprikapaste und die Tomaten hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Pulbiber abschmecken. Alles etwas köcheln lassen, Deckel drauf und ab für 30 Minuten in den Backofen. Gen Ende der Backzeit die Petersilie zerschnibbelt drüberstreuen. Und während dieser Prozedur hoffen, dass der kleine Mensch (falls ihr solche im Haushalt habt) nicht – wie bei mir – aufwacht (der Grund, weshalb leider kein weiteres Foto geschossen werden konnten).

Für die Tarhana-Suppe nehme ich (nein! Ich schäme mich nicht dafür!!) eine Tütensuppe von „Bizim“. Die wird allerdings (laut Tip meiner Schwester) getunt: in etwas Öl Knoblauch anbraten und klitzewenig Tomatenmark hinzufügen. Danach die Suppe nach Anleitung kochen.

Zu unserem köstlichen Essen gibt es leckeren Salat:

 

Und Oliven vom Markt:

 

 

Kürzlich fragte meine Nichte „Warum fotografierst Du eigentlich immer Dein Essen?“ – tja…bei dem Hunger habe ich natürlich das „Resultat“ vergessen, abzulichten. Verzeiht mir!

Nach dem deftigen Exkurs gibt es türkischen Tee in einer leichten Abwandlung: Mit Limette verfeinert;

 Und einige Verdauungsstündchen später gibt es einen Beerenkuchen:

nein, ZWEI Beerenkuchen mit Him-, Erd-, Brom-, Blau- und Stachelbeeren. Damit auch die Nachbarn und die liebe 80jährige Blumenfrau ein Stückerl abbekommen, die Massenanfertigung. Dazu nehme ich gewöhnlichen Tortenboden (mit Vanille verfeinert). Auf den Tortenboden kam türkischen Mandelpudding (Keskül = Keschkül) und auf die Beeren Tortenguß:

Und was es bei uns zu Hause in etlicher Ausführung gibt, sind „Häubchen“, damit die Fliegen (und was sonst auch immer) Abstand zum guten Essen halten. Ach gäb es solche Dinger auch für Menschen, um sich outdoor von Idioten abzuschirmen – ich würd sie ab und zu gebrauchen.

 

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Anekdötchen, Rezept

3 Antworten zu “2days happahappa mit ´nem Schuss Rassismus!

  1. Yummy, yummy! Der Kuchen sieht verdammt lecker aus. Ich wünsche Ihnen übrigens einen wunderschönen und zugleich geistig erbaulichen Ramadan. Ich hoffe, dass Sie während dieser gesegneten Zeit nicht auf solche betrunkenen Kretins treffen. Die armen Nerven…

  2. Ärger dich nicht… als ich meine Haare noch kurzgeschoren trug, wurde mir regelmässig „Nazi“ hinterher gebrüllt. Ich weiß nicht, wie dumm/ignorant/aufgeblasen man sein muss, um andere Leute wegen ihrer Kleidung anzuproleten.

  3. „Trägt die das Ding um den Kopp aus Protest gegen unseren Staat?“ – da weiß man doch nicht ob man über so viel dummheit lieber lachen oder weinen soll.

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