Integration….“ratio“…“rotatio“…

…also „andersrum“….

Unser Hausflur wird seit vergangener Woche von einem einsamen Maler, der sich wohl bald auf seinen Ruhestand freuen darf und in einem sympatischen Dialekt spricht, angepinselt.

„Natürlich“ biete ich ihm an, dass er bei uns klingeln darf, wenn er mal auf Klo muss und „selbstverständlich“ biete ich ihm einen Kaffee an (immerhin ist es im Hause Ö nur ein „Aufs-Knöpfchen-Drücken“).

Ich stelle ihm obiges Tablett in den Flur…

Er: „Wissen Sie, wann mir das zum letzten Mal passiert ist?!“

Ich: „Was?!“

Er: „Dass mir jemand, als ich im Flur arbeitete, einen Kaffee angeboten hat?“

Ich: ….

Er: „Da war ich Lehrling!“

Ich: „Oh!“

Er: „Sind Sie Türkin?“

Ich (obgleich Ö schön seit Jahrhunderten deutsche Staatsbürgerin ist: „Ja.“

Er: „Dann verstehe ich…“

Ich: …

Wenn schon ständig von Integration gesprochen wird, dann bitte auch mal the-other-way-around! Lasst die Leute doch bitte nicht ohne Kaffee und einige nette Worte werkeln….einen  Menschen zufrieden und glücklich zu machen, ist soooo simpel! 😉

weniger:  integ-R-A-T-I-O-n (sprich Hirn!)

mehr: inte-C-A-R-D-I-O-n (sprich Herz!)

eure Ö

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4 Kommentare

Eingeordnet unter im Hirn von Frau Ö

4 Antworten zu “Integration….“ratio“…“rotatio“…

  1. Eine huebsche Geschichte, wie so oft von Dir – danke dafuer!

  2. Schöne Geschichte 🙂
    Ich hatte auch letztens Handwerker im Hausflur. Und ich muss gestehen, ich habe denen nichts zu trinken oder so angeboten. Aber die waren auch unfreundlich. Erstens waren die nur hier und da mal nen Tag da, haben ihren Rummel aber immer überall stehen lassen, den Mini-Haken für den Briefkastenschlüssel als Garderobe verwendet etc. Dann haben sie die Haustür gestrichen ohne nen Zettel „frisch gestrichen“ dran (ich kenn das nur so, dass überall Zettel dran kleben, wenn gestrichen wurde. Zumal an die Haustür ja auch Leute kommen, die nicht wissen, dass gestrichen wurde (Besuch, Postbote…)). Hätte meine Nachbarin mich nicht vorgewarnt, hätte ich mir so richtig schön die Jacke versaut (der Auftrag für die Anstreicher kam über die Vermieterin und ich wusste nicht genau, was und wann alles gemacht wird). Als ich die Anstreicher am nächsten Morgen darauf freundlich (!) angesprochen habe, dass es nett wäre, beim nächsten Mal einen Zettel vorzufinden, wurde ich direkt angepampt, aber sowas von. Nachmittags war dann alles mit Zetteln zugepflastert, also schön provoziert. Sorry, aber solchen Handwerkern biete ich auch keinen Kaffee an (zumal sie morgens kamen, wenn ich zur Arbeit musste und wenn ich nachmittags nach Hause kamen, nicht mehr da waren). So, das musste ich mir mal eben von der Seele schreiben 😉

  3. Eike

    Integration geht doch eh nur in beide Richtungen. 🙂 Danke für die Geschichte.

  4. Anonymous

    Ahh, ja, das hatte ich auch mal. Allerdings kann man mich nicht zu den klassischen Migrationshintergründlern zählen. Vatter ist Schweizer zählt wohl nicht. 🙂 Aber die Freude ist groß, wenn man Kaffee und Wasser anbietet. Jedes Mal. Meine Mitbewohnerin war jedoch ziemlich überrascht. Sie hat dabei fürs Leben gelernt, hoffe ich. 🙂 Schöne Geschichte! Hatte meine schon wieder vergessen. Danke!

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